Zehn Veranstaltungstage, mehr als 300 Schausteller und ein temporäres Veranstaltungsgelände, das innerhalb weniger Wochen auf den Oberkasseler Rheinwiesen entsteht: Die Rheinkirmes Düsseldorf stellt besondere Anforderungen an Planung, Logistik und Aufbau. 2026 fand sie vom 17. bis 26. Juli statt.
Mittendrin: die Eventlocation der Düsseldorfer Hausbrauerei Uerige.
Gemeinsam mit der atlive eventtechnik gmbh war coventa an der Umsetzung der temporären Location beteiligt. Die Aufgabe von coventa ging dabei über das bloße Bereitstellen einzelner Container hinaus. Die Containerbauten bilden einen wesentlichen Teil der räumlichen Infrastruktur und zeigen gleichzeitig, was mit modularen Systemen auf begrenzter Veranstaltungsfläche möglich ist.
Die Herausforderung: Viel Nutzung auf begrenzter Fläche
Bei einem Event wie der Rheinkirmes ist Fläche wertvoll. Gleichzeitig muss eine gastronomisch genutzte Location unterschiedliche Anforderungen miteinander verbinden.
Es werden Funktions- und Versorgungsbereiche benötigt, ebenso Flächen für Gäste, Ausschank und Aufenthalt. Zugänge und Laufwege müssen funktionieren, unterschiedliche Ebenen miteinander verbunden und die gesamte Konstruktion in das übergeordnete Veranstaltungskonzept integriert werden.
Hinzu kommt eine weitere Besonderheit temporärer Großveranstaltungen: Was während der Veranstaltung wie selbstverständlich an seinem Platz steht, existiert dort wenige Wochen zuvor noch nicht und muss anschließend wieder verschwinden.
Die Herausforderung besteht deshalb nicht allein darin, Raum zu schaffen. Es geht darum, möglichst viel nutzbare Fläche innerhalb eines temporären Systems zu gewinnen und dieses System unter den besonderen logistischen Bedingungen eines Großevents zuverlässig auf- und wieder abzubauen.
Das besondere Highlight: Das Containerdach wird zur Nutzfläche
Genau hier wird das Projekt besonders spannend. Die Container erfüllen bei der Uerige-Location nicht nur auf ihrer eigentlichen Ebene eine Funktion. Ihre Dächer werden Teil der Eventfläche.
Damit verändert sich die Betrachtung eines Eventcontainers grundlegend: Aus einem eingeschossigen Raumkörper wird die konstruktive Grundlage für eine zweite nutzbare Ebene.
Auf der unteren Ebene entstehen geschützte Funktionsbereiche. Die Bilder zeigen unter anderem integrierte Ausgabe- beziehungsweise Ausschanköffnungen.
Darüber befindet sich eine großflächige Aufenthalts- und Gastronomieebene mit Sitzplätzen, Stehtischen und Ausschank. Treppen erschließen die obere Ebene, Geländer sichern die Dach- und Treppenbereiche.
Die Grundfläche wird damit praktisch zweimal genutzt. Das ist insbesondere für Veranstaltungen interessant, bei denen die verfügbare Fläche begrenzt ist. Statt zusätzliche Fläche neben der bestehenden Location zu beanspruchen, wird die vorhandene Grundfläche in die Höhe weitergedacht.
Aus Containerfläche wird Eventarchitektur
Das Projekt zeigt damit sehr anschaulich, dass Eventcontainer nicht nur als einzelne Verkaufs-, Lager- oder Aufenthaltsräume eingesetzt werden müssen.
Sie können Bestandteil einer wesentlich komplexeren temporären Architektur sein: unten Funktionsfläche → oben Aufenthaltsfläche → dazwischen Erschließung → rundherum Integration in die gesamte Eventlocation.
Gerade die Bilder von der oberen Ebene machen diesen Mehrwert sichtbar. Von dort öffnet sich der Blick über das Veranstaltungsgelände – die Dachfläche ist nicht lediglich ein technischer Aufbau, sondern wird zu einem echten Bestandteil des Besuchererlebnisses.
Zwei Ebenen, eine Grundfläche
Für Eventagenturen und Veranstalter kann genau diese Art der Flächennutzung interessant sein. Container schaffen zunächst definierte Räume auf der unteren Ebene. Werden Konstruktion, Erschließung und Nutzung von Beginn an entsprechend geplant, kann die Fläche darüber zusätzlichen Raum für das Veranstaltungskonzept bieten.
Bei Uerige entsteht so auf derselben Grundfläche eine Kombination aus funktionaler Containerstruktur und darüberliegender Event- und Gastronomiefläche. Und genau dadurch hebt sich die Referenz auch von klassischen Bildern einzelner Eventcontainer ab.
Die zweite Herausforderung: Logistik mitten in einer temporären Stadt
Mindestens ebenso spannend wie die Konstruktion selbst ist das, was Besucher später kaum noch wahrnehmen: die Logistik dahinter.
Denn die Uerige-Location wird nicht auf einer leeren, frei zugänglichen Baustelle errichtet.
Sie entsteht während sich auf den Oberkasseler Rheinwiesen gleichzeitig ein komplettes temporäres Veranstaltungsgelände entwickelt.
Bereits am 24. Juni 2026, mehr als drei Wochen vor der Eröffnung, berichtete der WDR über laufende Aufbauarbeiten auf dem Gelände. Am 16. Juli, nur einen Tag vor Veranstaltungsbeginn, fanden dort noch Sicherheitsübungen und Begehungen der Feuerwehr statt. Am 17. Juli um 14 Uhr öffnete die Rheinkirmes schließlich für Besucher.
In dieser Phase treffen unterschiedlichste Gewerke aufeinander: Schausteller bauen Fahrgeschäfte auf, Gastronomiebetriebe entstehen, Eventtechnik wird installiert, Versorgung und Infrastruktur werden hergestellt und zahlreiche Lieferanten müssen ihre Materialien zum vorgesehenen Zeitpunkt auf das Gelände bringen.
Für den Containerbau bedeutet das: Anlieferung und Montage müssen Teil eines eng getakteten Gesamtprozesses sein.
Große Module können nicht irgendwann angeliefert und irgendwo zwischengelagert werden. Zufahrten, Stellflächen, Montagebereiche und die Reihenfolge der Arbeiten müssen zusammenpassen.
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Bei solchen Projekten beginnt die eigentliche Leistung deshalb lange vor dem Eintreffen des ersten Containers auf dem Veranstaltungsgelände.
Welche Module werden benötigt? In welcher Reihenfolge müssen sie eintreffen? Welche Bauteile müssen anschließend montiert werden? Wann können Treppen und Geländer ergänzt werden? Welche Arbeiten anderer Gewerke müssen vorher oder nachher stattfinden?
Gerade bei einer mehrgeschossigen Konstruktion mit genutzten Dachflächen hängen die einzelnen Arbeitsschritte voneinander ab. Das Ziel ist einfach formuliert, logistisch aber anspruchsvoll: Das richtige Bauteil muss zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein. Hinter den Kulissen liefen Planung, Logistik und Aufbau bereits seit Wochen auf Hochtouren.
Und nach zehn Tagen muss alles wieder zurückgebaut werden
Die Besonderheit einer temporären Eventlocation zeigt sich schließlich ein zweites Mal nach Veranstaltungsende.
Am Sonntag, 26. Juli 2026, war der letzte Veranstaltungstag der Rheinkirmes. Die offizielle Öffnungszeit reichte an diesem Tag bis 0 Uhr.
Dann kehrt sich der gesamte Prozess um. Aus einer vollständig eingerichteten Eventlocation wird wieder eine transportfähige modulare Konstruktion. Aufbauten werden zurückgebaut, Komponenten demontiert und die Container für den Abtransport vorbereitet.
Und auch dabei arbeitet coventa nicht isoliert. Rundherum beginnt gleichzeitig der Rückbau eines ganzen Veranstaltungsgeländes. Genau darin liegt eine wesentliche Stärke des modularen Eventbaus: Eine Konstruktion kann für einen definierten Zeitraum zu einer komplexen Location werden und anschließend wieder vollständig zurückgebaut werden.
Das Ergebnis: temporär gebaut, aber nicht provisorisch gedacht
Während der zehn Veranstaltungstage sieht der Besucher am Ende vor allem eines: eine funktionierende Location. Er sieht Sitzplätze, Ausschank, Treppen, eine überdachte Veranstaltungsfläche und den Blick von der oberen Ebene über die Rheinkirmes.
Was er nicht sieht, sind die Planungs- und Logistikprozesse, die notwendig waren, damit all diese Komponenten rechtzeitig zusammenspielen. Genau darin liegt die Leistung des Projekts. Containerbau wird hier nicht als Provisorium eingesetzt, sondern als Grundlage einer vollwertigen temporären Eventlocation.
Die Uerige-Referenz zeigt damit drei Stärken von coventa gleichzeitig: modulares Bauen, intelligente Flächennutzung und die logistische Umsetzung unter Eventbedingungen.